"Die Scheinwerfer gingen aus, um Dich herum Dunkelheit. Die spärliche Barbeleuchtung vom anderen Ende der Tanzfläche war das einzige Licht, dass Deine Augen noch warnahmen, als plötzlich wieder die Höhen einsetzten und sich der Track ganz langsam steigerte ...
... bis auch das Barlicht ausging ... Gänsehaut bildete sich auf Deinen Armen und eine kühle Brise blies von irgendwoher über Dein verschwitztes Gesicht. Der Bass schoss aus den Lautsprechern und Du konntest nicht anders ... alles kreischte."

Bilder einer Partynacht. Ausdruck junger rebellischer Menschen gegen Langeweile und Spießbürgertum. Aber gibt es sowas auch in Tübingen? Geht das überhaupt in dieser studentischen Kleinstadt mit 83.864 Einwohnern?
Ja, es geht! Es gab in der Tat mal eine Zeit, auch hier in Tübingen, in der eine kleine eingeschworene Gemeinschaft diesen Idealen huldigte. Wie anders sich da die aktuelle Situation ausnimmt. Vom "Tod des Tübinger Nachtlebens" ist die Rede. Von Abenden, an denen die Musik zwar gemischt ist, das Publikum aber lediglich aus hochstehenden Hemdkragen besteht. Und dort wo einst das Depot stand, befinden sich nun die glamourösen Räume einer Erlebnisdisko, die unter dem Motto "I Love The Nightlife" eine aufregende Partynacht verspricht. Uns geht es da genau wie Dir.
Wir wissen, dass es auch anders geht, denn wir waren Teil dieser illustren Gemeinschaft. Zuerst, Anfang der 90er, als unermüdliche Tänzer und Partyrebellen selbst, seit Februar 1995 dann als DJs mit eigenem Abend - "bag of goodies" hieß das damals. Zehn Jahre lang legten wir jeden Montag im Jazzkeller auf. Ja, richtig ... an einem Montagabend und Du glaubst gar nicht, wie viele unserer Freunde und Bekannten uns für verrückt hielten, als wir Ihnen von unserer Idee erzählten, einen wöchentlichen Abend an einem Montag zu starten.

Doch der Erfolg gab uns recht. Mehrere Jahre lang war unser Abend bereits um 22.30 Uhr vollgestopft mit Menschen, die zum Rhythmus unserer Platten tanzten. Und wenn Sie eine Pause brauchten, holten Sie sich einen Drink an der Bar und schlossen mit anderen Anwesenden spontan Freundschaft, tauschten sich über die neuesten Hits und lustigsten Vorkommnisse aus, um anschließend gleich wieder auf der Tanzfläche zu stehen.
Bevor Du nun aber glaubst, "bag of goodies" wäre das Paradies in Tübingen gewesen: das war es nicht, denn auch bei "bag of goodies" gab es immer wieder Abende, die nur mäßig besucht waren. Aber immer waren die Anwesenden mit 100% bei der Sache und tanzten und feierten aus vollem Herzen. Und genau deshalb war unser Abend so beliebt. Auch weit über die Grenzen Tübingens hinaus. Oder wie der Kölner Melting-Pod-Music-Labelbetreiber Oliver "Olski" von Felbert so schön auf seiner Website schrieb:
bag of goodies is the hottest monday club south of London's Bar Rhumba. But it is not just the booking that makes the night so special it's the open-minded crowd of music lovers, students and local scensters that make the difference."
Dabei war das ganze weder geplant noch strategisch durchgeführt. Vielmehr haben wir einfach losgelegt und unsere Vorstellung eines richtig guten Clubabends umgesetzt. Herrje, erinnere uns bloß nicht an die ersten Abende, da werden wir heute noch ganz unruhig.
Auch war unser Abend nicht für Jeden. Auf Grund unser fast schon unprofessionellen Herangehensweise zogen wir gleichartige Menschen an, die wie wir Lust darauf hatten, zusammen mit anderen zu Feiern, sich auf die Musik und die anwesenden Gäste einzulassen und so ihren eigen Teil zum Abend beizutragen.
Menschen, die sich von Glitzer & Glamour, teuren Kleidchen samt Handtasche oder aber Kakadu-Frisuren beieindrucken ließen, fanden sich bei uns nicht zu recht. Und das war gut so.
Doch lange Rede kurzer Sinn: Ein neues Jahr verlangt nach neuen Vorsätzen - wir haben die unseren bereits gefasst. Ab Samstag, den 17. Januar sind wir wieder mit einem eigenen Clubabend am Start: "Boogie Bude". Noch nicht wöchentlich, aber einmal im Monat im Mancuso.
Damit Dir die Zeit zwischen den einzelnen Monaten nicht so lange vorkommt, werden wir immer wieder hörenswerte DJ-Mixe online stellen. Der erste Mix folgt sofort und ist sogleich ein Vorgeschmack auf kommenden Samstag. Wir sehen uns!
Achso, wenn Du den vollständigen Mix (55min / 320 kBit) herunterladen möchtest, trage unten Deinen Namen und Deine Email ein. Bedenke auch, dass wir aus den üblichen rechtlichen Gründen (und um unseren Datendurchsatz nicht völlig ins uferlose wachsen zu lassen) den Mix nur eine begrenzte Zeit online lassen und danach löschen werden.
Update: wir haben soeben nicht nur einen neuen Mix online gestellt. Auch den Depot-Abschied-Mix findest Du auf der anderen Seite ... sowohl zum anhören als auch zum Download.
Vergiss also nicht, Dich unten kurz mit Deiner Emailadresse einzutragen, damit wir Dir den Link zum kompletten Mix zumailen können. Und natürlich erfährst Du so auch als erster, wann wir den nächsten Mix zum Download für Dich bereitstellen und wenn es in Sachen "Boogie Bude" etwas Neues gibt.
bag of goodies ist ein Clubabend, der von den beiden in Tübingen wohnhaften DJs Emanuela De Luca und Marc Bohlmann veranstaltet wird. Natürlich gibt es noch mehr über bag of goodies zu sagen.
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