22. Oktober 2003

21:19 » Tübinger Kulturpolitik II

Soeben erreichte uns ein Hinweis auf eine durchaus interessante kulturelle Veranstaltung in unserer Stadt, zu deren Besuch wir durchaus raten. Im Wortlaut: ==

Um einen Schlag gegen das Böse auszuführen, wird das ERSTE TÜBINGER NASENFLÖTENORCHESTER am Donnerstag, 23. Oktober 2003 wahrscheinlich ab 20.30 Uhr in der WEINSTUBE REBSTOCK Ammergasse 12, 72070 Tübingen zu einem Solidaritätskonzert gegen den unmenschlichen Kapitalismus und für die WEINSTUBE REBSTOCK und die WG AMMERGASSE 12 aufspielen. Um zahlreiches Erscheinen und um regen solidarischen Verzehr der exzellenten schwäbischen Hausmannskost und der leckeren Weine und Biere, die in der WEINSTUBE REBSTOCK leider nicht mehr allzu lange erhältlich sein werden, wird dringend gebeten!

== Ein weiteres Altstadtlokal wird also schließen und die Tübinger Innenstadt wieder etwas öder werden. Und das, obwohl sämtliche Gemeinderäte und OberbürgermeisterInnen der Stadt Tübingen seit 1984 alles nur erdenkliche unternehmen, um die Altstadt vor dem Aussterben zu schützen, gewerbliche Ansiedlungen in den Außenbezirken kaum geduldet und die in der Altstadt bereits festeingesessenen Restaurants, Bars und Kneipen bis zum äußersten vor neuer Konkurenz in Schutz genommen werden. Denn, so die noch immer gültige Altstadtsatzung von 1984, neue Gastronomie in der Innenstadt ist nicht erwünscht. Es zeigt sich nun jedoch, daß diese Politik gründlich fehlgeschlagen ist, denn annähernd 40 Ladenlokale der Altstadt stehen inzwischen leer und nirgendwo ist ein Zeichen zu vernehmen, daß sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Ja, die Mieten, die für die Tübinger Ladenflächen verlangt werden, sind beiweilen sehr hoch, zumal wenn es sich bei den Hausbesitzern um Brauereien handelt. Doch dank der aktiven Mithilfe von OB und Gemeinderat brauchen Tübingens Häuslebesitzer nicht fürchten, daß Handel, Gewerbe und Gastronomie sich nach weniger teurer Ladenfläche in der Altstadt umschaut oder gar in die Außenbezirke abwandert. Denn genau dieses ist ihnen ja untersagt und so verkommt die Tübinger Altstadt langsam zu einem zweiten Stadtfriedhof.

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