12. Juli 2006

20:41 » From Disco To Disco Pt.1

D-Train -Music
erschienen als 12“ (Prelude, 1983)
Montana Sextett -Heavy Vibes/dt>
erschienen als 12“ (Virgin, 1982), ebenfalls auf V/A -Trouble on the Dancefloor (X:Treme)
Johnson Productions -Johnson Jumpin
erschienen als 12“ (Sound of New York, 1979), ebenfalls auf V/A -Disco Juice (Counterpoint)

Habt Ihr Euch schon einmal darüber gewundert, wie bestimmte Dinge von den unterschiedlichsten Personen auf genau die selbe Art und Weise erlebt werden? Uns ging es beim Lesen des Gary-Davis-Artikels auf der Metronomic-Site so. Hat DJ Cuebism seinen Weg zu Disco doch tatsächlich auch über mehr oder weniger die selben Motive und die selben Compilations gefunden, wie wir.

Klar, Disco kennt jeder – jenen Sound, der Ende der 70er, Anfang der 80er für jede Menge Chart-Hits sorgte, auch in Deutschland. Doch außer diesen Hits bekam man hierzulande nicht viel von Disco mit und so schnell wie Disco berühmt wurde, so schnell verlor die Masse auch wieder das Interesse daran. Zurück blieb ein fader Geschmack und die stets selben, in Großraumdiscos immer wieder zu Tode genudelten Hits. Erst das Aufkommen von House und die diversen, vorallem Mitte der 90er darin verwendeten Disco-Samples machten, ähnlich wie bei HipHop und Funk, neugierig auf die Originale und deuteten an, daß Disco eben mehr als »Chic«, »Earth, Wind & Fire« und »YMCA« war. Die von Dave Lee zusammengestellte »Jumpin'«-Compilation, auf der diverse Originale zu diversen, damaligen House-Hits zu hören sind, kam da gerade recht.

Und nachdem nun einmal das Interesse an Disco geweckt war, gab es auch auf diversen Flohmärkten und in den einschlägigen Second-Hand-Plattenläden zwischen Stuttgart, Reutlingen und Tübingen plötzlich jede Menge interessanter Platten zu finden. So manche Prelude- bzw. West- End-Perle wechselte damals für gar nicht so viel Geld den Besitzer.

Als Simon Lee, der zusammen mit seinem Bruder Robin das Produzenten-Duo Faze Action bildet, dann irgendwann einmal zu Gast bei Rainer Trübys »Root Down« in Freiburg war, war das natürlich ein willkommener Anlass für einen Besuch dort und gleichzeitig ein augenöffnendes Erlebnis: Simon Lee reihte geschickt zahlreiche, äußerst soulig anmutende Discoscheiben (oder »Boogie-Tracks« wie er es so schön nannte) aneinander, die mit den vermeintlichen Disco-Hits so rein gar nichts gemeinsam haben wollten. Und so wurde uns schnell klar, daß es auch in Sachen Disco jede Menge bislang unbekannter Schätze zu entdecken und finden galt. Zwei weitere, mehr oder weniger zeitgleich erschienene Compilations verstärkten diese Erkenntnis: Die andere war die von Paul »Trouble« Anderson zusammengestellte »Trouble on the Dancefloor«-Compilation, »Disco Juice« hieß die andere. Und eben diese »Disco Juice«-Compilation, eine Art Werkschau eines kleine Plattenlabels aus Harlem, stellte klar, dass Disco so viel anders, so viel souliger und tiefgreifender klingen kann, als bislang gedacht. Die Neugier war geweckt und bald sollten noch mehr interessante Disco-Funde in unsere Hände geraten, doch dazu demnächst mehr.


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