10. Oktober 2006

22:36 » Tübingens Nachtleben ist durchaus lebendig

Man hört zur Zeit ja gern mal jemanden jammern, dass es so öde geworden ist, das Tübinger Nachtleben. Jetzt, wo man so richtig spürt, wie sehr einem das Depot fehlt und man sich mit Abenden z.B. im Schloßcafe oder im Blauen Turm arrangieren muß.

Da sei doch einmal gesagt, dass es so schlecht gar nicht steht, um das Tübinger Nachtleben. Dienstags z.B. kann man sich einer herrlich herangewachsenen Clubnacht im Jazzkeller erfreuen: Dubkeller nennt sich der Abend und entsprechend wird Dub, Reggae und Artverwandtes von diversen DJs aus Tübingen und Reutlingen aufgelegt. Und das mit viel Liebe und Leidenschaft und ein stetig wiederkehrendes Publikum dankt es.

Doch das ist noch lang nicht alles: die Herren Lightwood und Telmo A. haben letzten Samstag erfolgreich Ihren berühmt berüchtigten Pressure-Abend (jetzt nennen sie ihn Santorin Bassment) im Bierkeller wiederbelebt. Gekonnt haben sie die ansonst etwas eintönige Location mit Dias und ungewohntem DJ-Pult in Szene gesetzt und fortan wird es dort wohl noch ein paar mal Drum'n'Bass zu hören geben.

Und wer lieber zu Funk und Soul abgeht, freut sich schon seit längerem auf den kommenden Samstag, wenn die Funk Explosion ihre Sommerpause beendet und wieder monatlich den Bierkeller mit Funk, Soul und Rare Grooves beschallt. Und weil Tübingen gar nicht genug Clubabende haben kann und wir nie müde werden aufzulegen und Parties zu schmeissen, wollen wir Euch nun endlich über unser bereits angekündigtes Mittwoch-Projekt aufklären:

Voltaire Soul Connection nennt es sich und soll fortan Mittwochs im Club Voltaire in der Haaggasse 26b stattfinden. Zusammen mit Don Jorge (Depot), Spruddy und Triple B (Shake-A-Leg HiFi) werden wir uns irgendwo zwischen Reggae, Soul, Funk und Afrobeats bewegen, immer mal wieder in moderne Elektronik abwandern und den Schwerpunkt vorallem auf eines legen: das Tanzen. So come runnin' and dance with us.


3 Kommentare (Kommentar schreiben)

1.

Yippie Yippie Yeah!
Hört sich gut an!
Grüße aus Heidelberg.

Mawdee  11.10.06 um 17:47Uhr
2.

Hallo Bobby Mark - das ist "der" Leserbrief


»Der Party-Palmer«

Wenn man den Wahlerfolg Boris Palmers an der Reichweite der Wahlkampfdebatten misst, liegt der Verdacht nahe, dass das Thema „Kultur & Nightlife“ wohl einen erheblichen Teil zu Palmers Erfolg beitrug. So war dieser Tübinger Topos gar der „Zeit“ eine Schlagzeile wert. Das TAGBLATT resümierte über Palmers Wahlerfolg: „Kneipensterben wichtiger als Technologiepark“.

Die Partydebatten sind nach der Wahl eingeschlafen. Kein Wunder, denn der Betreiber des Depots lässt sich im Foyer nieder, der Zoo macht weiter wie bisher und die Tangente hat einen neuen Pächter. Wie jetzt? Wird Tübingen zur Ausgehstadt, ohne dass der Party-­Palmer schon im Amt ist? Mitnichten, glaubt man der jüngsten Diskussion zum Party-­Standort Clubhaus. Unter Studenten grassiert die Angst: Nie wieder konkurrenzlos günstig saufen bei freiem Eintritt.

Sowohl die wahlkampfstrategische Signifikanz der Debatte um Tübingen als Ausgehstadt als auch der allgemeine „Hier geht ja eh nichts“-­Hype lösen bei mir Unwohlsein aus. Die Tragik ist die: In Tübingen geht eben vergleichsweise viel, nur will man nichts dafür bezahlen. In Hamburg schwärmt man von der Tübinger Reggaeszene, Londoner Drum&Bass-­DJs schwören auf Produktionen made in Tübingen.

Zwar hat Tübingen kulturell schon bessere Zeiten gesehen, den Glauben an eine bessere Partywelt aber in Politiker zu setzen, zeugt von einem Kulturverständnis, das man der studentischen Elite gar nicht zutrauen will. Die Kultur macht ihr selbst, nicht die Politiker.

Wer sich also über Kneipensterben beschwert, sollte sein Bier nicht nur im Clubhaus trinken. Wer will, dass wieder renommierte DJs im Depot/Foyer auflegen, der darf sich nicht an Eintrittspreisen stören. Und wenn euch dann wirklich der leere Geldbeutel bedrückt, dann kämpft lieber gegen Mietwucher und Studiengebühren als für die Erhaltung des Clubhausfestes. Der Student Palmer ging da übrigens immer gerne hin.

Hops  04.12.06 um 14:08Uhr
3.

Hops, Du hast es genau auf dem Punkt gebracht und mir aus der Seele gesprochen.

Emanuela  04.12.06 um 16:56Uhr

Gib einen Kommentar ein






Klicke bitte nur einmal auf »Post«. Das ganze kann etwas dauern.