29. März 2006

11:16 » Vom X-Mix zur DJ-Kicks

V/A: Dave Clarke Presents X-Mix - Electro Boogie (Studio !K7, 1996)

V/A: Richie Hawtin & John Acquaviva Present X-Mix-3 - Enter: Digital Reality! (Studio !K7, 1994)

Über Compilation-Reihen lässt sich viel schreiben: es gibt sie wie Sand am Meer und neben einigen sehr erfolgreichen, gab und gibt es immer wieder welche, die besonders hervorstechen. Nach der bereits vorgestellten DJ-Kicks-Reihe bzw. deren legendären Kruder-&-Dorfmeister-Ausgabe, nun einige Worte zu deren Vorgänger: den X-Mix-Compilations.

Anfang der Neunziger machte das im Berliner Kaiserdamm 7 ansässige „Studio !K7“ durch diverse, komplett am Computer generierte Videos auf sich aufmerksam. „3 Lux“ nannten sich diese und zeigten wabernde Mandelbrotberechnungen, fliegende Raumschiffquader und allerlei andere Computeranimationen, die heute niemanden mehr vom Hocker reissen würden, damals aber der letzte Schrei waren. Gerade in der sich ausbreitenden Technoszene wurde auf derlei Videoanimationen gerne zurückgegriffen. Wohl auch aus diesem Grund entschied man sich bei Studio !K7, die Videoanimationen mit DJ-Mixen bekannter und renomierter Techno-DJs zu verknüpfen. Das Ergebnis: die X-Mix-Compilations, deren folgen stets als Video sowie als Doppel-LP bzw CD zu haben waren.

Neben den Videoanimationen waren es vorallem die musikalischen Zusammenstellungen, die für den Erfolg der Compilations sorgten. Und natürlich auch der Bekanntheitsgrad des DJs, der die jeweilige Compilation zusammenstellte: Namen wie Laurent Garnier, DJ Hell oder Dave Clark sprechen für sich. Dazu kam noch, dass der damals noch taufrische Musiksender Viva in seiner Sendung „Housefrau“ bzw „House TV“ immer wieder Stücke der gerade aktuellen Compilation samt zugehöriger Animation ausstrahlte. Übrigens: die beiden Moderatoren dieser Sendung, Sabine Christ und Mate Galic, waren beide schon zu Gast in Tübingen. Die eine im damaligen „Cosmic Club“, der andere im ehemaligen Cinderella (wo auch MTV-News-Star Steve Blame einmal aufgelegt hat).

Wenn man sich das ganze nocheinmal durch den Kopf gehen lässt, merkt man schnell, dass sich das X-Mix-Konzept nicht groß von dem der DJ-Kicks-Reihe unterscheidet. Mit den DJ-Kicks-Compilations schlug !K7 lediglich den konsequenten Weg ein, sich einem breiteren Publikum zu öffnen, oder wie die De:Bug einst so schön titelte: Früher mal spielte !K7 noch nicht in den Cafés der ganzen Welt, sondern in den Videoplayern der Nicht-Runterkommer.


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